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CSR-Leitfaden

Lackerzeuger und –anwender

 

Warum diese Information?

Dieser Leitfaden soll Ihnen Anregung und Anleitung bieten, Ihre gesellschaftliche Verantwortung gezielt wahrzunehmen und nachhaltig erfolgreich einzusetzen. Eine Vielzahl von Unternehmen unterschiedlichster Branchen hat das Thema Corporate Social Responsibility (CSR) bereits in ihr Management integriert – dieser Leitfaden unterstützt speziell kleinere und mittelgroße Unternehmen, gesellschaftliche Verantwortung in ihrer Unternehmensführung umzusetzen.

 

Die Lack- und Anstrichmittelbranche trägt mit ihren innovativen, modernen und umweltfreundlichen Produkten wesentlich zur Werterhaltung langlebiger Wirtschafts- und Konsumgüter bei und schafft dadurch Nachhaltigkeit. Die Karosseriefachbetriebe leisten mit der Ganz- bzw. Reparaturlackierung von Kraftfahrzeugen nach Herstellerrichtlinien unter Anwendung modernster Technologien in Verbindung mit umweltfreundlichen Materialien einen wesentlichen Beitrag zum Funktions- und Werterhalt von Kraftfahrzeugen und schonen die Umwelt durch bewussten Materialeinsatz. Die Mitglieder der Bundesinnung der Maler, Lackierer oder Schilderhersteller tragen dazu bei, dass Lacke und Anstrichmittel optimal eingesetzt verwendet und umweltfreundlich angewendet werden. Nicht durch Farbe und Lacke geschützte Produkte (von Auto bis Holz, von Kunststoff bis Beton) hätten eine unweigerlich kürzere Nutzungs- und Lebensdauer. Beispielsweise wäre die Statik von Gebäuden und Bauwerken (Brücken, Masten, Tunnels, etc.) ohne Korrosionsschutz in ihrer Nutzungsdauer auf einen Bruchteil reduziert bzw. gar nicht nutzbar. Studien gehen davon aus, dass bis zu 7 % des Bruttonationalproduktes durch mangelnden Korrosionsschutz von langlebigen Wirtschaftsgütern verloren gehen. Der volkswirtschaftliche Nutzen, der durch den Schutz und die Werterhaltung von langlebigen Wirtschafts- und Konsumgütern mittels umweltfreundlicher Lacke und Anstrichmittel erzielt wird, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

 

Dieser Leitfaden soll Unternehmen aus der Branche Ideen liefern, wie sie gesellschaftlich verantwortlich handeln und dadurch einen nachhaltigen Nutzen für die Gesellschaft leisten können.

 

1. Was ist CSR?

Gesellschaftlich verantwortliches Handeln kann zu nachhaltigem Unternehmenserfolg führen! Corporate Social Responsibility (CSR) bedeutet - über gesetzliche Verpflichtungen hinaus - die freiwillige Einbindung von sozialen, ökonomischen und umweltbezogenen Belangen in die Unternehmenstätigkeit. CSR dient der Entwicklung von guten, tragfähigen Beziehungen zu allen Anspruchsgruppen (engl. stakeholder), die von Ihrem unternehmerischen Handeln betroffen sind. Investitionen in CSR sind Investitionen in Qualität. CSR beginnt bei der Erkenntnis, dass Ihre Geschäftstätigkeit über die Produktion und den Verkauf hinausgeht. Ihr Unternehmenserfolg hängt auch von der Art des Umgangs mit allen Anspruchsgruppen ab.

Die wichtigsten Anspruchsgruppen um Ihr Unternehmen sind:

 

-          Medien

-          Öffentlichkeit

-          Anrainer

-          Kunden

-          Eigentümer

-          Aktionäre

-          Mitarbeiter

-          Betriebsräte

-          Gewerkschaften

-          Mitbewerber

-          Behörden

-          Nicht-Regierungs-Organisationen

-          Kammern

-          Politik

 

2. Warum soll ich mich mit CSR beschäftigen?

Gesellschaftlich verantwortliches Handeln im Unternehmen bringt mehrfachen Nutzen! Ohne dass Sie sich dessen bewusst sind, geschieht schon heute in Ihrem Unternehmen vieles, das einem gesellschaftlich verantwortungsvollen Management entspricht. Jedes Unternehmen hat Beziehungen zu seiner Umgebung und zu lokalen Strukturen, z.B. zu seinen Mitarbeiter, Auftraggeber und Lieferanten oder zu Anrainer, lokalen Vereinen und Organisationen. CSR versucht dieses Geflecht von Beziehungen abzubilden und für das Unternehmen nutzbar zu machen. Weiß man über die Auswirkungen des eigenen Handelns Bescheid, kann man die Erwartungen der Anspruchsgruppen leichter abschätzen. So lassen sich effiziente und zum Unternehmen passende Ideen und Strategien entwickeln, um den Unternehmenserfolg zu steigern und gleichzeitig einen Beitrag zum Wohle der Gesellschaft zu leisten.

 

Das CSR Konzept baut auf drei Säulen auf:

 

Die wirtschaftliche Säule: Ziel eines jeden Unternehmens ist es, erfolgreich zu sein und wertsteigernd zu agieren. Aus dem täglichen Geschäft ergeben sich Beziehungen zu Kunden, Banken, Behörden sowie Mitbewerbern und eventuell Eigentümern/Investoren. Das Einbeziehen der Erwartungen dieser Anspruchsgruppen dient dazu, stabile und verlässliche Netzwerke aufzubauen. Durch die Werterhaltung von langlebigen Investitionsgütern, deren Schutz sowie durch die ästhetische Veredlung von Oberflächen kommt die Branche diesen Ansprüchen nach. Derartige strategische Handlungen können daher Sicherheit für das Unternehmen schaffen.

 

Die soziale Säule: Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern geht über die Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen hinaus. Die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter und deren Motivation zu arbeiten sind ausschlaggebend für die Steigerung des Unternehmenswerts, denn soziale Verantwortung beeinflusst den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens positiv und kann zu Wettbewerbsvorteilen führen. Umweltfreundliche und schadstoffarme Produkte sind sowohl für Arbeitnehmer als auch für Kunden sicher. Angenehme Farbtöne machen überdies den Arbeitsplatz bunter.

 

Die ökologische Säule: Durch die Umstellung auf lösemittelarme, umweltfreundliche Systeme trägt man inzwischen wesentlich zu einer verbesserten Umweltsituation bei. In weiten Bereichen wird Wasser als Lösungsmittel eingesetzt und organische Lösungsmittel wurden weitgehend reduziert. Z.B. wurde das erdölgebundene Lösungsmittel durch Wasser ersetzt. Durch neue Technologien (Nanotechnologie, Pulvertechnologie, UV-härtende Systeme, etc.) konnten positive Effekte für die Umwelt erzielt werden.

 

Die CSR-Bereiche

Lackerzeuger und -anwender

 

1) Unternehmensführung

-        Aktives Bemühen, hohe Standards anzuwenden

-        Qualität und Qualitätskontrolle

-        Kundenorientierung

-        Dialog mit Anspruchsgruppen

-        Transparenz

-        Faires Verhalten

-        Unterstützung sozialer Aktivitäten/lokaler Initiativen/Sponsoring

-        Nutzung lokaler Ressourcen und Produkte (wenn möglich)

-        Einhaltung der branchenspezifischen Gesetze

-        Verwendung österreichischer Qualitätsprodukte (wenn möglich)

 

2) Mitarbeiter

-        Motivation

-        Schulung der Mitarbeiter im Umgang mit neuesten Technologien

-        Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

-        Bereitstellung von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen

-        Lehrlingsförderung

-        Förderung gegenseitiger Toleranz; Vorgehen gegen Diskriminierung jeder Art

-        Innerbetriebliches Vorschlagswesen

-        Förderung ehrenamtlicher Tätigkeiten der Mitarbeiter

-        Bemühung um flexible und faire Arbeitszeit

-        Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf

-        Erhöhung der regionalen Wertschöpfung durch Einstellung lokaler Arbeitskräfte

 

3) Kunden

-        Anwendung von fairen Geschäfts-, Vermarktungs- und Werbepraktiken

-        Offene Informationspolitik

-        Vertragstreue

-        Datenschutz

-        Reklamationshandhabung

-        Service und Beratungsqualität

 

4) Lieferanten

-        Anwendung von fairen Geschäftspraktiken

-        Vertragstreue

-        Bereitstellung objektiver und zuverlässiger Informationen

-        Zahlungsmoral

-        Reklamationshandhabung

-        Umweltverträglicher Einkauf

 

5) Umwelt

-        Einsatz energiesparender Technologien

-        Müllvermeidung und fachgerechte Entsorgung

-        Recycling als Prinzip

-        Minimierung von Schadstoffemissionen

-        Berücksichtigung von Umweltüberlegungen bei der Produktgestaltung

-        Einsatz von möglichst lösungsmittelarmen Beschichtungssystemen

 

Wenn sie sich mit den CSR-Bereichen in Ihrem Unternehmen beschäftigen, ist es besonders hilfreich, mit entsprechenden betriebswirtschaftlichen und anderen Kennzahlen und auch mit Benchmarks zu arbeiten.

 

3. Wie gehe ich vor?

Zu diesen Punkten können Sie konkrete Maßnahmen setzen. Vieles davon wird in Ihrem Unternehmen bereits verwirklicht, ohne dass Sie sich bewusst sind, bereits CSR-Maßnahmen zu setzen. Am einfachsten ist es aufzuschreiben, was in Ihrem Unternehmen in dem jeweiligen Bereich schon passiert, und den genannten Punkten zuzuordnen. Sie erkennen dadurch Ihre Stärken und Potentiale. Überlegen Sie sich – gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern – entsprechende Maßnahmen, die machbar und finanzierbar sind und zu Ihrem Unternehmen passen. Bei der Ideenfindung ist auch der Vergleich mit anderen Unternehmen hilfreich. Zusätzlich wurde daher eigens für Klein- und Mittelbetriebe ein Ratgeber entwickelt, mit dem Sie, ganz unkompliziert, die ersten Schritte in Richtung einer CSR-Strategie gehen können. Hilfestellung bietet auch der neu entwickelte Selbsttest, mit dem Sie in 10 Minuten Ihr gesellschaftlich verantwortungsvolles Unternehmertum testen können. Eine Übersicht über Maßnahmen anderer Unternehmen Ihrer Branche, den CSR-Selbsttest und den CSR-Ratgeber finden Sie unter www.csrleitfaden.at.

 

Grundzüge eines CSR-Managements

 

1. Planen und Schaffen

Ziele im Bezug auf die gesellschaftliche Verantwortung im Unternehmen setzen und Programme formulieren, um diese Ziele zu erreichen. Identifikation von Bereichen, in denen das Unternehmen besonders gut/schlecht positioniert ist und Schaffen eines laufenden Planungsprozesses.

 

2. Durchführen

Umsetzen einer ganzheitlichen „Strategie der gesellschaftlichen Verantwortung“ durch z.B.: Sensiblen Umgang mit Ressourcen, Schulung von Personal, Durchführung von Projekten, Durchführen einer Zufriedenheitsanalyse, Dokumentieren der Maßnahmen, Dialog nach innen und Kommunikation nach außen.

 

3. Prüfen

Durchführung laufender Überprüfungen und Messungen anhand der Zieldefinition und der Unternehmensvision. Dadurch können Fehler in der gesellschaftlich verantwortlichen Unternehmensführung erkannt und korrigiert werden und vorbeugende Maßnahmen gesetzt werden.

 

4. Bewerten und Handeln

Bewertung und Setzen von Maßnahmen zur Verbesserung der „Strategie der gesellschaftlichen Verantwortung“: In regelmäßigen Zeitabständen soll die ganzheitliche Strategie bewertet und Bereiche bestimmt werden, in denen Verbesserungen nötig sind.

 

Hinweis: Eine Sammlung von Konventionen und Richtlinien (z.B. Responsible Care, etc.), die für Ihre Branche relevant sind, steht Ihnen unter www.csrleitfaden.at zum Download bereit.

 

Sämtliche Bezeichnungen in diesem Leitfaden gelten selbstverständlich für beide Geschlechter gleichermaßen, wenn auch die einzelnen Bezeichnungen nur in der männlichen Form wiedergegeben werden.

 

Zusatzfragen

  • Sie versuchen immer auf dem neuesten Stand der Technologie zu bleiben und informieren sich über aktuelle Veränderungen.
  • Sie versuchen so weit wie möglich umweltfreundliche Lacke- und Anstrichmittel zu verwenden.
  • Die Entsorgung von chemischen Rückständen wird ordnungsgemäß und zum Schutz der Umwelt und der Mitarbeiter durchgeführt.
  • Sie schulen Ihre Mitarbeiter in der Anwendung der neuesten Technologien und halten diese an, diese auch den Kunden zu vermitteln.
  • Sie klären Anrainer und Kunden über die Umweltauswirkungen Ihres Betriebes auf.
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Kontakt/Ansprechpartner
Dr. Klaus Schaubmayr
05 90 900 - 3749
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