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Die österreichischen Lack- und Anstrichmittelhersteller sind besorgt über die derzeitigen Versorgungsengpässe bei wichtigen Schlüsselrohstoffen und Spezialchemikalien und die damit verbundenen Preissteigerungen. Nach der schweren Krise der Jahre 2008 und 2009 mit empfindlichen Produktions- und Umsatzrückgängen erwarten die Hersteller von Lacken und Beschichtungsstoffen für das laufende Jahr zwar einen Umsatzzuwachs von 5 bis 7 Prozent, allerdings steigen die Rohstoffkosten schneller als die Umsätze. Im letzten halben Jahr sind nach Auskunft der Berufsgruppe Lack- und Anstrichmittelindustrie im Fachverband der Chemischen Industrie die Rohstoffkosten für die Lackherstellung insgesamt um mehr als 10 Prozent angestiegen, bei einzelnen Produkten sogar um bis zu 25 Prozent. Diese Angaben wurden durch Umfragen bei Herstellern ermittelt. Neben der massiven Preiserhöhung für die Rohmaterialien zeigt auch die Schwäche des Euros in letzter Zeit ihre Auswirkungen. Die Währung verlor im letzten halben Jahr gegenüber dem US-Dollar, in dem immer noch sehr viele Rohstoffe notiert sind, fast 25 Prozent seines Wertes.
Die Rohstoffkosten haben für die Lackhersteller deshalb eine besondere Bedeutung, weil 50 Prozent der Betriebskosten auf die Rohstoffe entfallen. Erhöhungen der Rohstoffpreise schlagen damit stärker auf den Endpreis des Produktes durch als andere Positionen in der betriebswirtschaftlichen Kalkulation.
Die überwiegende Mehrheit der befragten Mitgliedsfirmen erwartet auch künftig weitere Preissteigerungen, sodass von der Rohstoffkostenseite keine Entlastung zu erwarten ist. Darüber hinaus gibt es Anzeichen dafür, dass sich Versorgungsengpässe bei strategischen Rohstoffen dauerhaft etablieren. Grund dafür sind die immer noch stark steigende Nachfrage in den Wachstumsmärkten Asiens auf der einen Seite und die nicht in dem erforderlichen Umfang angepassten Produktionskapazitäten auf der anderen Seite.
6. Juli 2010