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Nach Meldung der Lack- und Anstrichmittelindustrie im Fachverband der Chemischen Industrie ist die derzeitige Versorgungs- und Preisentwicklung bei den wichtigsten Rohmaterialien für Straßenmarkierfarben kritisch. Schlüsselrohstoffe wie Titandioxid und Butylacetat sind seit Jänner 2010 zwischen 13 und 38 % gestiegen. Die Preissteigerungen bei verschiedenen Bindemitteln betragen zwischen 13 und 27 %. Die signifikanten Preiserhöhungen bei Acrylaten sind verursacht durch eine weltweite Knappheit bei Acrylsäure, die durch Produktionsengpässe bei den größten nordamerikanischen Herstellern ausgelöst wurde. Die Acrylsäure-Produzenten reduzieren generell ihre Kapazitäten.
Durch Werksschließungen und 6-wöchigen Produktionsausfall eines der größten Hersteller von Titandioxid gibt es auch bei diesem Rohstoff derzeit Verknappungen. Die Kapazität der Wettbewerber reicht nicht aus, um die Nachfrage zu bedienen. Eine Verbesserung der Situation ist derzeit nicht abzusehen. Die weltweite Verknappung dieser Schlüsselrohstoffe stellt den gesamten Straßenmarkierungssektor vor große Probleme.
Die Rohstoffkostensteigerungen der Produkte übersteigen mittlerweile deutlich die am Markt bisher erreichten Verkaufspreiserhöhungen. Die Rohstoffkosten haben für die Straßenmarkierfarbenhersteller deshalb eine besondere Bedeutung, weil 50 % der Gesamtkosten auf die Rohstoffe entfallen. Erhöhungen der Rohstoffpreise schlagen somit stärker auf den Endpreis des Produkts durch als andere Positionen in der betriebswirtschaftlichen Kalkulation. Allein die Rezeptkostensteigerungen (Vormaterialien) über alle Produkte betragen plus 15 % gerechnet auf die Gesamtkosten. Andere Kostenfaktoren, wie Transportkosten, höhere Verpackungskosten sowie Lohn- und Gehaltssteigerungen sind noch gar nicht berücksichtigt.
Neben der massiven Preiserhöhung für die Rohmaterialien zeigt auch die Schwäche des Euro ihre Auswirkungen. Die Währung verlor im letzten halben Jahr gegenüber dem US-Dollar, in dem noch immer sehr viele Rohstoffe notiert sind, fast 25 % ihres Werts. Trotz tiefgreifender Effizienzsteigerungen und Rationalisierungsmaßnahmen, die von den Herstellern schon im Krisenjahr 2009 umgesetzt wurden, können die enormen Rohstoffpreiserhöhungen von den Straßenmarkierungsherstellern nicht mehr alleine aufgefangen werden und sind daher gezwungen diese anteilsmäßig weiterzugeben.
12. Juli 2010