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Zufriedenstellendes Wachstum mit 6,2 Prozent im Jahr 2007 und erfreuliche Entwicklung im Jahr 2008 - Produktionssteigerungen sowohl bei Menge als auch im Wert - Starke Exportentwicklung mit einem Plus von 12,5 Prozent unterstützt positiven Trend
Die Österreichische Lackindustrie zieht für das Geschäftsjahr 2007 eine sehr zufrieden stellende Bilanz. Mit einem Wachstum von 6,2 Prozent auf insgesamt 402 Mio. Euro beim Produktionswert wurde ein neuer Höchststand erzielt. Damit lag die Branche auch deutlich über dem Schnitt der gesamten Chemischen Industrie, die im vergangen Jahr beim Produktionswert ein Plus von 4,4 Prozent erwirtschaftete. Die positive Entwicklung beim Export blieb auch im Jahr 2007 bestehen und erreichte mit einer Steigerung von 12,5 Prozent und einem Gesamtvolumen von 235 Mio. Euro eine neue Bestmarke. Dieser Trend setzt sich auch im 1. Halbjahr 2008 fort. Steigerungen von rund 4 Prozent bei der Produktionsmenge sowie eine Steigerung von 6 Prozent beim Produktionswert spiegeln die kontinuierlich erfreuliche Entwicklung der Branche wider. „Die Österreichische Lackindustrie konnte trotz anhaltend hoher Rohstoffpreise sowie weltweiter Rohstoffverknappungen im Jahr 2007 ein sehr gutes Ergebnis erzielen. Diese positive Entwicklung scheint sich 2008 fortzusetzen – wir blicken zuversichtlich in die Zukunft“, resümiert Ing. Günther Berghofer, Obmann der Berufsgruppe Lackindustrie im Fachverband der Chemischen Industrie.
Export als Antrieb für die gesamte BrancheMit einem Plus von 12,5 Prozent erzielte die Branche im Jahr 2007 bei den Exporten ein sehr starkes Wachstum und konnte insgesamt Waren im Wert von 235 Mill. Euro exportieren. Vor allem die Exportsteigerungen in die neuen EU-Länder waren für die Steigerungen verantwortlich. Beispielsweise ist der Export in die Slowakei um 11 Prozent auf 22 Mio. Euro, nach Ungarn um 28,5 Prozent auf 26 Mio. Euro und in die Tschechische Republik auf ebenfalls 26 Mio. Euro gestiegen. Insgesamt gingen etwa 50.000 Tonnen mit einem Wert von 100 Mio. Euro, vor allem Baufarben und Bautenlacke, in die neuen EU-Länder.
Mit Deutschland, unserem traditionell stärksten Handelspartner, konnte eine beachtliche Steigerung von 12,5 Prozent erwirtschaftet werden. Das gesamte Exportvolumen erhöhte sich – obwohl bereits auf hohem Niveau – nunmehr auf 77,5 Mio. Euro. Deutschland liegt damit klar an erster Stelle der Exportdestinationen.
Nanotechnologie – Innovationen mit ZukunftForschung und Entwicklung sind zwei Schlüsselfaktoren der Österreichischen Lackindustrie. Die Nanotechnologie setzt neue Maßstäbe in der Weiterentwicklung der Funktionalität von Farben und Lacken. Vor allem im Bereich der Produkteigenschaften sind unter der Bezeichnung „smart coatings – intelligente Beschichtungen“ grundlegende Erfolge zu verbuchen. Die möglichen Anwendungen dieser Technologie sind vielfältig und teilweise bereits heute Realität. Antibakterielle Farben, selbstreinigende Farben, selbstheilende Beschichtungen oder photokatalytische Farben sind nur einige Beispiele aus der Praxis. „Im Bereich der Weiterentwicklung und Anwendung der Nanotechnologie legen wir besonderen Wert auf Sicherheit und höchste Standards. Kontinuierliche Forschung und Entwicklung sollen unseren Kunden höchste Qualität und Nutzen bringen, jedoch auch weiterhin alle möglichen Risiken für Mensch oder Umwelt ausschließen“, betont KommR Ing. Hubert Culik, Obmann-Stellvertreter der Berufsgruppe Lackindustrie im Fachverband der Chemischen Industrie. Der Weltmarkt für nanotechnologische Produkte umfasst aktuell ein Volumen von ca. 100 Mrd. Euro und wird nach ersten Schätzungen bis zum Jahr 2015 auf über 1 Billion Euro – mit einem wesentlichen Anteil der Lack- und Anstrichmittelindustrie – ansteigen.
Ausbildung in der Lackindustrie als ChanceDie Österreichische Lackindustrie steht im globalen Wettbewerb. Österreich kann aber mangels natürlicher Ressourcen nur durch intensive Forschung, Technologie und Innovation bestehen. Dazu bedarf es qualifizierter Chemiker auf Matura- und Hochschulniveau. Erste Knappheitserscheinungen sind bereits heute festzustellen – die vielfältigen Berufsaussichten sind besser den je. „Der Innovationsstandort Österreich und die betroffenen Unternehmen der Lackindustrie können sich nur durch einen hohen Grad an Qualifikation, Spezialisierung, Innovation und auf Basis eines hervorragenden Bildungssystems im internationalen Wettbewerb behaupten. Die Österreichische Lackindustrie benötigt Nachwuchs“, betont KommR Ing. Culik.
Biozidprodukt-Richtlinie als wirtschaftliche HürdeMit großer Sorge blickt die Österreichische Lackindustrie auf die bevorstehende Umsetzung der Biozidprodukt-Richtlinie im Rahmen des österreichischen Biozidprodukte-Gesetzes. Bereits 2009 müssen für Holzschutzmittel, die bestimmte Wirkstoffe enthalten, aufwändige und kostenintensive Zulassungsanträge gestellt werden. Bürokratische Regelungen, die von kleineren und mittleren Unternehmen praktisch nicht erfüllt werden können, stellen die Branche vor unlösbare Herausforderungen. Selbst die Europäische Kommission hat das Problem im Rahmen eines Review-Programmes erkannt und rudert nun zurück. Die Lackindustrie appelliert an das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW), die geplanten Erleichterungen der EU-Kommission zu berücksichtigen und die Umsetzung des Biozidprodukte-Gesetzes mit Augenmaß zu vollziehen.
3. Juli 2008